Gemeinsam nachhaltiger und wettbewerbsfähiger
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Die Erhebung und Übermittlung von Nachhaltigkeitsinformationen wird für KMU an Bedeutung gewinnen. Das ist gewiss, obwohl in der Schweiz und anderen europäischen Staaten wichtige regulatorische Fragen bezüglich der Berichterstattungs- und Sorgfaltspflichten ungeklärt sind. Denn Grossunternehmen werden künftig (noch) vermehrt Informationen von ihren Zulieferern einholen. Sie benötigen sie als Grundlage für das Risiko- und Stakeholder-Management, für die Unternehmensführung und Organisationsentwicklung, kurz: für die Sicherung ihrer Zukunftsfähigkeit.
Austausch zwischen Multis und KMU
Für die Schweiz ist die Frage, wie KMU die damit verbundenen formalisierten Anforderungen erfüllen können, von besonderer Bedeutung. Denn ein wesentlicher Faktor unseres Wohlstandes ist, dass KMU – viel ausgeprägter als in den meisten anderen Ländern – in internationale Wertschöpfungsketten eingebunden sind und global tätige Grossunternehmen beliefern.
Die Schweizerische Vereinigung für Qualitäts- und Management-Systeme (SQS) ist ein Verein im Dienst der Wirtschaft und der Zusammenarbeit. Zu ihren knapp 7000 Kunden gehören sowohl Grossunternehmen als auch deren Zulieferer aus dem KMU-Bereich. Mit knapp 20 von ihnen hat sie eine Veranstaltung unter dem Motto «Gross hilft klein hilft gross» durchgeführt. Die Teilnehmenden tauschten sich darüber aus, wie die grossen Unternehmen erforderliche Nachhaltigkeitsinformationen erhalten (können), ohne dabei ihre Zulieferer zu überfordern.
Die SQS-Kunden Argor-Heraeus, Breitling und Siemens Schweiz stellten einleitend ihre Praxis vor. An den Workshops beteiligten sich Geschäftsleitungsmitglieder, Nachhaltigkeits- und Beschaffungsverantwortliche. Prof. Dr. Christian Hauser von der Fachhochschule Graubünden und Dr. Ludwig Häberle von der Universität St.Gallen unterstützten bei der Moderation und der
Einordnung der Ergebnisse.
Die Herausforderungen
Die wichtigsten Herausforderungen bei der Erhebung, beim Austausch und bei der Nutzung von Nachhaltigkeitsinformationen lassen sich wie folgt darstellen:
Die Lösungsansätze
Wie gehen die Unternehmen mit diesen Herausforderungen um? Und was ist aus der Sicht der SQS und der wissenschaftlichen Forschung der Beitrag, den integrierte und zertifizierte ISO-Managementsysteme leisten können? Die folgende Übersicht fasst die Antworten zusammen.
Die Übersicht verdeutlicht, dass Unternehmen intern und in ihren unmittelbaren Geschäftsbeziehungen mehrere Massnahmen treffen können, um Nachhaltigkeitsinformationen effizient(er) zu erheben und auszutauschen und – über die Compliance
hinaus – für eine Verbesserung der Nachhaltigkeitsleistung zu nutzen. Zertifizierte ISO-Managementsysteme unterstützen die Koordination und Kooperation, die es hierfür sowohl innerhalb als auch ausserhalb der Organisationen bedarf.
Zugleich zeigt sich, dass Massnahmen mit grossem «Hebel» – zum Beispiel bezüglich der Standardisierung von Anforderungen oder des Informationsaustauschs – kollektives Handeln erfordern. Nachhaltige und zukunftsfähige Wertschöpfungsketten sind eine gemeinsame Aufgabe und Chance – gerade für den Wirtschaftsstandort Schweiz. •

Dr. Alex Gertschen ist Leiter Marketing, Kommunikation und Public Affairs sowie Experte für nachhaltige Unternehmensführung bei der Schweizerischen Vereinigung für Qualitäts- und Management-Systeme (SQS).

